Vorab: Das wird kein Beitrag darüber, wie KI unsere Jobs „frisst“. Davon gibt es bereits genug. Uns geht es um etwas anderes.
In den letzten Wochen haben wir einige KI-Testcases umgesetzt. Die konkrete Technologie war dabei gar nicht der interessante Teil. Interessant war vielmehr eine Beobachtung, die in allen Fällen immer wieder auftauchte.
Wir hatten uns bewusst dazu verpflichtet, nicht nur über die Technologie zu sprechen, sondern auch über ihre Auswirkungen. Dabei kamen Fragen auf wie:
Vorderbühne und Hinterbühne
Aus unserer Sicht sind das enorm wichtige Fragen. Gleichzeitig haben wir den Eindruck, dass sie in vielen Organisationen vor allem auf der Hinterbühne diskutiert werden: in Kaffeepausen, beim Mittagessen, im Flurfunk oder nach Feierabend.
Auf der Vorderbühne, also in offiziellen Runden, sprechen wir häufig über Chancen, Produktivität, Effizienz und neue Möglichkeiten. Über Unsicherheiten, Sorgen oder die möglichen Auswirkungen auf die eigene Rolle dagegen deutlich seltener.
Dabei verschwinden diese Gedanken nicht dadurch, dass wir sie nicht ansprechen. Sie verschwinden nur aus den offiziellen Gesprächen.
Wir glauben, dass Organisationen erheblich zur Akzeptanz neuer Technologien beitragen können, wenn Menschen diese Fragen, Befürchtungen und auch Ängste offen ansprechen. Das hat nichts mit „dürfen“ zu tun, es muss selbstverständlich sein. Erst dadurch werden die Themen überhaupt besprechbar.
Die eigentliche Frage
Die Frage, die uns interessiert, lautet:
Und wenn sich Rollen verändern oder irgendwann obsolet werden, schließen sich gleich die nächsten Fragen an:
Diese Gespräche lassen sich bereits während einer Testphase führen. Eigentlich sollte man das sogar.
Mehr als Technologie
Geschäftsführungen und Führungskräfte sind gut beraten, bei KI nicht nur an Technologie zu denken. Genauso wichtig sind die Menschen, Rollen und Arbeitsweisen, die sich dadurch verändern.
Das ist keine Antwort auf die Frage, ob KI langfristig bestimmte Tätigkeiten überflüssig macht. Viele Menschen sind davon leider schon betroffen. Ob es eine kluge unternehmerische Entscheidung war, sie durch KI zu ersetzen, wird sich erst noch zeigen.
Ein offener Umgang mit Chancen, Sorgen und möglichen Konsequenzen nimmt Druck aus dem System. Er schafft Raum, um Organisationen, Rollen und Zusammenarbeit neu zu denken, und vielleicht entstehen genau dort die besten Ideen.
Wir vermuten sogar: Manche Organisation wäre überrascht, wie viele gute Ideen und Lösungsansätze entstehen, sobald die eigentlichen Fragen ausgesprochen werden.