In Organisationen sind Regeln und Prinzipien zwei unterschiedliche Mechanismen, die das Verhalten und die Entscheidungsfindung sehr stark beeinflussen.

Wann benötigt man Regeln, wann Prinzipien?

Der Vorteil von Prinzipien

Prinzipien geben das Ziel vor („Was soll erreicht werden?“), lassen aber bewusst Raum für das „Wie“. Dadurch entsteht mehr Handlungsfreiheit, um je nach Situation die beste Vorgehensweise zu erdenken.

Fazit: Wo immer möglich, sollten Prinzipien statt Regeln genutzt werden, um Flexibilität, Eigenverantwortung und Entscheidungen zu ermöglichen. Regeln sollten nur dort existieren, wo sie zwingend erforderlich sind.

Achtung vor „Fake-Prinzipien“!

Prinzipien sind schnell formuliert und werden oft stolz kommuniziert, sei es im Büro oder auf der Webseite, wo sie für alle sichtbar präsentiert werden. Doch die Prüfung dieser Prinzipien wird häufig vernachlässigt, obwohl sie von enormer Bedeutung ist.

Schließlich soll verhindert werden, dass durch „Fake-Prinzipien“ oder „Fake-Werte“ ein Business-Theater entsteht, also ein Schein von Professionalität, der keine echte Substanz hat.

„Fake-Prinzipien“ führen jedoch genau zu diesem Business-Theater. Sie verleiten dazu, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen, ohne den Kontext oder die tatsächliche Situation zu berücksichtigen. Das Ergebnis ist oft eine oberflächliche Anpassung, die weder nachhaltig noch zielführend ist.

Deshalb ist es entscheidend, Prinzipien sorgfältig zu prüfen und ein klares Verständnis dafür zu entwickeln, was Kolleginnen und Kollegen darunter verstehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Arbeit tatsächlich im Einklang mit diesen Prinzipien steht und sie nicht nur als leere Floskeln dienen.

Letztendlich geht es darum, das Handeln an den Prinzipien zu messen und sicherzustellen, dass sie echten Mehrwert schaffen, und nicht nur zur Inszenierung werden.

Strichzeichnung: zwei Figuren halten gemeinsam ein Blatt mit einer Glühbirne, darüber eine Sprechblase

Menschen wissen und spüren instinktiv, was „fake“ und was „echt“ ist. Wenn ich merke, dass ich mich verstellen muss, um einem „Fake-Prinzip“ oder einem „Fake-Wert“ gerecht zu werden, dann unterstelle ich automatisch, dass meine Kolleginnen und Kollegen dasselbe tun.

Es entsteht eine Art stillschweigende Übereinkunft: Jeder weiß, dass Theater gespielt wird, doch niemand spricht es offen an.

Diese unausgesprochene Dynamik führt zu einer Kultur der Oberflächlichkeit, in der Authentizität und Vertrauen auf der Strecke bleiben. Statt echte Lösungen zu finden, wird Energie darauf verwendet, den Schein zu wahren: ein Teufelskreis, der Innovation und Zusammenarbeit hemmt.

Klingt nach Eurer Situation?

Dann lasst uns darüber sprechen, wie sich das in Eurer Organisation angehen lässt.

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